Bedrohte Tierarten in Thailand

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Tropenparadies Thailand? Nicht für viele Tierarten. Die Zerstörung von natürlichem Lebensraum, Plastikmüll und Wilderer machen auch vor den Inseln und dem Festland des südostasiatischen Königreichs nicht halt.

Etliche Tierarten stehen seit langem auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Arten. Aber es gibt auch intensive Bemühungen, die Arten zu retten.

Eine Stiftung versucht Meeresschildkröten zu retten

Die Mai Kao Marine Turtle Foundation hat sich der Rettung der thailändischen Meeresschildkröten verschrieben. Dazu gehören unter anderem die Lederschildkröte und die Grüne Meeresschildkröte. Mai Kao ist einer der wenigen Strände Phukets, wo die Reptilien noch ihre Eier ablegen. Die Mitglieder der Stiftung graben die Eier aus, die an ungeschützten Stränden gelegt wurden und übergeben sie dem Phuket Marine Biological Centre, wo die jungen Schildkröten in Sicherheit ausgebrütet, großgezogen und später ins Meer freigelassen werden.

Die Thailänder hoffen, mit diesen Bemühungen ein ähnliches Schicksal wie das des afrikanischen Nashorns in Südafrika vermeiden zu können. Dort sind die Rhinozerosse inzwischen kurz vor dem endgültigen Aussterben in freier Wildbahn – das Resultat von Nachfrage nach dem Horn als Medizin. Inzwischen ist der Handel innerhalb Südafrikas sogar wieder legal.

Mit der Aufhebung des Verkaufsverbots soll das Horn weniger lukrativ werden und damit mehr Rhinozerosse vor Wilderern retten. Seit rund einem Jahrzehnt hat Südafrika Jahr für Jahr tausend der bedrohten Tiere verloren, ungefähr so viel, wie in der gleichen Zeit in Freiheit geboren wurden.

Die einzige Hoffnung für Südafrikas Nashörner besteht darin, den Handel unter Kontrolle zu bringen und die Nachfrage zu reduzieren, doch der Erfolg ist mehr als fraglich.

Besonders bedroht sind Schuppentiere

Hoch oben auf der Liste von Wilderen stehen auch Schuppentiere. Erst 2017 hat die Polizei in Thailand 2,9 Tonnen Schuppen beschlagnahmt. In der traditionellen chinesischen Medizin werden den Schuppen heilende Kräfte nachgesagt.

Alle acht Schuppentierarten sind inzwischen vom Aussterben bedroht. Die kleinsten Arten wiegen zwei bis drei Kilo, die größten um die 30 Kilo. Die von der Polizei sichergestellte Schmuggelware stammt bestenfalls von hunderten, schlimmstenfalls von mehreren tausenden getöteten Tieren. Schuppentiere sind die einzigen Säugetiere auf der Welt mit einem Schuppenpanzer und ernähren sich von Insekten.

Wegen ihres Fells und ihrer Knochen begehrt sind Schneeleoparden, die zudem durch einen immer kleiner werdenden Lebensraum bedroht werden. Nur 4000 bis 6600 ausgewachsene Panthera Uncia soll es noch geben.

Im thailändischen Nationalpark Khao Sok, dem größten intakten Regenwald in Südthailand mit glasklaren Seen und mächtigen Karstfelsen, soll es noch vor wenigen Jahren Schneeleoparden gegeben haben. Heute sind sie dort wohl auch schon verschwunden. Aber dafür finden Tiger, Leoparden, Nebelparder, Malaienbären und andere bedrohte oder gefährdete Tierarten hier noch immer ein Zuhause. Besucher sind willkommen – die Einnahmen tragen zur Arbeit im Nationalpark und dem Erhalt der Tiere bei. Ein paar paradiesische Ecken hat Thailand sich bewahrt.

Bis demnächst euer

Herby

1 Kommentar

  1. Wolfgang Hieronimi on

    Hallo Herbert,
    es sind nicht nur die Thailaender, die die Umwelt, ungeachtet aller mahnenden Worte, verschandeln, sondern auch andere Nationen in Suedostasien

    http://www.khaosodenglish.com/opinion/2018/06/05/300-million-tons-a-year-can-the-plastic-crisis-be-solved/

    Ich habe die Plastikteppiche vor Huahin gesehen, war erschrocken.
    Ausser Lippenbekenntnisse kommt hier nichts von der Politik. oder den Verbaenden..
    Eine Strategie und eine konzertierte Aktion daraus folgend ist dringend von Noeten !

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