Brautgeld für die Frau

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Das Zahlen von Brautgeld für die zukünftige Frau ist in Thailand eine alte Tradition. Auch wenn das Paar nur beabsichtigt in einer eheähnlichen Beziehung zu leben, ist das Brautgeld zu entrichten. Da die Thais sich immer mehr westlichen Gepflogenheiten anpassen, wird dieser Brauch immer seltener praktiziert.

Auf dem Land hält die Bevölkerung daran fest, da das gezahlte Geld eine Absicherung für die Familie bedeutet. Mit der Zahlung des Brautgeldes zeigt der Bräutigam seinen Respekt vor der Familie seiner zukünftigen Frau oder Lebensgefährtin. Das Brautgeld dient der Familie auch als Entschädigung dafür, dass sie eine Arbeitskraft verliert und die Tochter bis zur Heirat ernährt und versorgt hat. Die Höhe des Brautgeldes richtet sich nach dem Status der Familie der Braut. In ländlichen Gebieten werden bis zu 70 000,- Baht gezahlt und die Frau bekommt die obligatorische Goldkette geschenkt.

Die Familie gewinnt an Gesicht

Nicht selten verschuldet sich der Bräutigam, um seine Angebetete heiraten zu können. Reiche Thais zahlen auch zwei oder gar drei Millionen, zuzüglich einer schweren Goldkette für die Braut. Die Hochzeitsfeier fällt entsprechend pompös aus. Je höher das Brautgeld, desto mehr gewinnt die Familie der Braut an Gesicht.

Thais lieben Deutschland geradezu und wenn sie über das nötige Kleingeld verfügen, kann die Reise auch schon mal nach Berlin gehen. Dort steigen sie in dem beliebten Hotel Berlin ab und lassen sich in den Flitterwochen verwöhnen.

Für Ausländer ist das Ganze oft unverständlich, sie sehen nicht ein warum sie das Brautgeld zahlen sollen. Bei uns war es Brauch, dass die Braut eine Aussteuer mit in die Ehe brachte. Thai Frauen wollen versorgt sein und da sie einen vermeintlich schwer reichen Ausländer hat, soll die Familie auch ihren Teil bekommen.

Die Familie übt Druck aus

Entsprechend hoch wird in den meisten Fällen das Brautgeld veranschlagt. Die Frauen selber sind oft mit ihrer Situation und ihrem Ausländer zufrieden. Aber die Familie setzt sie unter Druck den Ausländer zu „schröpfen,“ um selber besser zu leben und ihre Schulden zu zahlen.

Die meisten Ausländer wissen nicht, dass das Brautgeld nur gezahlt werden muss, wenn die Frau noch nicht verheiratet war und keine Kinder hat. War sie verheiratet und hat Kinder, ist sie so hart das klingen mag, „zweite Wahl“ es braucht kein Brautgeld gezahlt zu werden.

Thai Männer überlegen sich zweimal ob sie mit einer Frau die Kinder hat eine Beziehung eingehen. Kinder kosten Geld und dann wäre es vorbei mit den abendlichen Trinkgelagen unter Freunden. Also kein Brautgeld für die Frau zahlen. Vielleicht der Familie etwas zukommen lassen, um den guten Willen zu zeigen und deren Gesicht zu wahren.

3 Kommentare

  1. Zu „Vielleicht der Familie etwas zukommen lassen, um den guten Willen zu zeigen und deren Gesicht zu wahren.“:
    Ja, das würde ich machen! Und zwar genau 2.000 THB jeden Monat! Genug, um das Gesicht zu wahren, und zuwenig um auf Kosten des „Falangs“ sich die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen und auf seine Kosten zu leben.
    Vor allem im Isaan (und bei den vielen daher stammenden Bargirls) scheint es viel um Geld zu gehen. 🙁

  2. Vllt. noch ein Nachtrag zu den Summen, damit keiner über den Tisch gezogen wird: Thais nennen als erste Antwort je gerne das Doppelte bei Dreifache von dem, was sie haben wollen. Unbeleckte „Falangs“ handeln nicht, sondern zahlen das gleich.
    Auf dem Land ist bei einem Thai-Mann und einer Thai-Frau (Stand 2017) so ca. 80-100.000 THB üblich.
    Meine Frau hat eine universitäre Ausbildung (Master) und wir haben uns auf 500.000 THB „sin sod“ geeinigt, 100.000 gehen davon zurück an uns. Gefordert hatte Mutti erst 1,5 Mio. THB. Hallo… :o(
    Überflüssig ist es, zu wissen, wieviel sin son höhergestellte Thai-Frauen (also z. B. Töchter von Politikern, Generälen, Schauspielerinnen etc.) haben wollen, da es für Nicht-Thais kaum möglich ist, in so eine Familie einzuheiraten. (Ich habe jetzt aber nicht „rassistisch“ gesagt.)
    Es sind Milliionen THB: 1, 2, 4, 5 – so in der Art. Zzgl. immer zum Gold. Wir hatten 3 Stücke (jeweils 1 Baht Gold).

    • Ich war selber einmal zu einer Hochzeit von reichen Thais eingeladen. Da wanderten drei Millionen über den Tisch und fünf Baht Gold.

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