Damit das Auswandern nicht zum Albtraum wird: Auswanderung richtig finanzieren

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Mehr als 200.000 Deutsche entschließen sich Jahr für Jahr, ihre Heimat zu verlassen. Manche Statistiken weisen hier eine Zahl größer als eine Million Menschen aus – gemeint sind damit aber die Auswanderer aus Deutschland unabhängig von ihrer Nationalität. Die hohe Zahl umfasst beispielsweise auch ausländische Studenten, die nach dem Studienabschluss in ihr Herkunftsland zurückkehren.

TV-Sendungen über Auswanderer zeigen die schönen Seiten des Lebens an interessanten Orten auf der Welt. Das ist aber nur ein Teil der Realität. Viele Auswanderungen sind wenig spektakulär. Die Schweiz nimmt seit vielen Jahren den Spitzenplatz der Zielländer ein, und unter den Top 10 finden sich eine ganze Reihe von EU-Staaten wie Österreich und Spanien.

Freizügigkeitsrechte der Unionsbürger machen das Leben und Arbeiten in diesen Ländern vergleichsweise unkompliziert. Das Einwandern in Länder außerhalb der EU kann sehr viel schwieriger sein. In bei Deutschen beliebten Staaten wie Kanada müsst ihr unter Umständen ein erhebliches Vermögen nachweisen und dort investieren. Aber auch eine Auswanderung innerhalb der EU will gut geplant sein.

Eigenkapital für mindestens sechs Monate

Berechnet die Kosten der Auswanderung realistisch – lieber etwas zu hoch als zu knapp. Der Umzug selbst muss bezahlt werden – Bahn- oder Flugtickets für euch und eure Familie, eine Spedition für die Möbel. Je nach Land werden Visumgebühren und fällig.

Mögliche Impfkosten werden häufig vergessen oder unterschätzt. Die Lebenshaltungskosten können sehr unterschiedlich sein, auch innerhalb desselben Staates. Paris, Zürich und Oslo liegen beinahe vor der Haustüre, gehören aber zu den teuersten Städten der Welt. Preiswerter gestaltet sich da eine Auswanderung in den asiatischen Raum. Thailand nimmt bei der Beliebtheit nach wie vor die erste Stelle ein.

Selbst wenn ihr bereits eine günstige Wohnung oder ein Haus mieten konntet, müsst ihr die Kosten für Lebensmitteleinkäufe abschätzen. Vielleicht benötigt ihr einen Sprachkurs.

Ein ganz wesentlicher Punkt ist die Frage nach einer Arbeit bzw. einer selbstständigen Tätigkeit. Habt ihr bereits ein vertraglich abgesichertes Einkommen in Aussicht, wird vieles einfacher, auch die Finanzierung der Auswanderung per Kredit.

Wenn nicht, solltet ihr Eigenkapital für mindestens ein halbes, besser ein ganzes Jahr zur Verfügung haben. Schlafen am Strand funktioniert nämlich in aller Regel nicht, und das Betteln bei der deutschen Botschaft um ein Rückflugticket solltet ihr euch ersparen.

Rechtzeitig Rücklagen bilden

Die Finanzierung einer Auswanderung sollte also möglichst früh beginnen, damit das Ansparen von Eigenkapital nicht so schwer fällt. Führt ein Haushaltsbuch und schätzt ab, was ihr monatlich zurücklegen könnt. Stellt dies den erwarteten Kosten der Auswanderung und euren voraussichtlichen Einkünften im neuen Umfeld gegenüber.

Überlegt, ob ihr eure Wohnung komplett auflöst oder zunächst untervermietet. Kündigt einen Mietvertrag rechtzeitig oder holt gegebenenfalls die Zustimmung eures Vermieters zur Untervermietung ein.

Das Thema Darlehen kommt auf den Tisch, sobald eine Finanzierungslücke absehbar ist. Viele Auswanderungsvorhaben sind kreditfinanziert, zum Beispiel weil eine selbstständige Tätigkeit im Ausland angestrebt wird und dafür ein Startkapital erforderlich ist. Bedenkt aber das Risiko, falls etwas schiefgeht und sich euer neues Leben nicht planmäßig entwickelt. Habt ihr aktuell noch einen unbefristeten Arbeitsvertrag im Inland, schließt den Kreditvertrag bereits zu diesem Zeitpunkt ab.

Mit solchen Bonitätsvoraussetzungen stehen euch die Vergleichsportale im Internet zur Verfügung, die euch auf einen Blick die besten Konditionen übersichtlich darstellen. Von einer geplanten Auswanderung und der damit verbundenen Kündigung des Arbeitsverhältnisses muss die Bank nichts wissen, wenn ihr das Darlehen zur freien Verfügung erhaltet.

Geht es konkret um eine Selbstständigkeit im Ausland, solltet ihr euch nach den Finanzierungsmöglichkeiten vor Ort erkundigen, gegebenenfalls unter Einbezug einer nationalen oder regionalen Förderbank. Viele Banken in Deutschland haben ausländische Konzernschwestern oder Kooperationspartner und können schon vor dem Starttermin helfen.

Privatdarlehen als Alternative

Ergibt sich der Kreditbedarf erst später, wird eine Finanzierung über Banken möglicherweise zum Problem. Geringes, unregelmäßiges oder unsicheres Einkommen sind Hinderungsgründe, in Deutschland ebenso wie im Ausland.

Eine Möglichkeit zur Kreditaufnahme außerhalb des Bankensystems sind sogenannte Peer-to-Peer-Darlehen oder kurz P2P-Kredite, über die der kostenlose Ratgeber von www.privatkreditonline.net ausführlich informiert. Die über Internet-Portale organisierten Darlehen folgen dem Prinzip des Geldverleihs unter Freunden oder in der Familie, übertragen es aber auf einander unbekannte Personen.

Auf der einen Seite stehen Kreditinteressenten, denen aus den oben genannten Gründen oder wegen sonstiger Probleme in der Bonitätsbeurteilung die Banken den Geldhahn zugedreht haben.

Ihr stellt euer Auswanderungsprojekt auf der Vermittlungsplattform vor und beschreibt die Idee so präzise, dass eine gesicherte, realistische Aussicht auf Rückzahlung deutlich wird. Auf der anderen Seite gibt es private Investoren, die höhere Kapitalerträge erwarten als Tagesgeldzinsen deutlich unter einem Prozent. Die sind bereit, mehr Risiko einzugehen, aber das muss sich in den Zinsen niederschlagen.

Mit zweistelligen Prozentsätzen müsst ihr deshalb rechnen, Gebühren der Plattform kommen hinzu. Außerdem beteiligen sich die einzelnen Geldanleger in der Regel nur mit geringen Beträgen, um ihr Risiko zu streuen. Ihr müsst also viele Investoren von eurem Projekt überzeugen und ein wenig Geduld mitbringen, bis die Finanzierung steht. Einen Blitzkredit für die Auswanderung wird es hier nicht geben. Genau deswegen ist die langfristige Planung so wichtig.

Bis demnächst euer

Herby

1 Kommentar

  1. Also Finger weg vom Auswandern nach Thailand? Gerade in einer Situation wo etliche Auswanderer die gedacht haben, dass das Leben dort kostengünstiger sei als in Deutschland z.b., schiesst die thailändische Regierung aus allen Rohren,
    gegen die sogenannten Expats. Visa-Verschärfung, ambulante und stationäre Krankenversicherung mit bis zu 400000 Bath Absicherung usw.. Man bekommt den Eindruck, das dieses Vorgehen gegen ausländische Mitbürger System hat. Weiterhin wird die thailändische Währung mit aller Kraft stark gehalten, wonach der Wechselkurs schon seit längerem denkbar schlecht ist und ein Rentner die hier geforderte monatliche Summe oftmals nicht mehr zusammen bekommt. Also wenn ihr eine dieser Punkte nicht erfüllt und ihr vor der Frage steht nach Thailand zu gehen, überschlaft das Ganze besser noch einmal.

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