Die beliebtesten Biere in Thailand

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Die wohl beliebtesten und meist getrunkenen Biere in Thailand sind unbestritten das Singha, das Chang und das Leo. Mich selber würde ich nicht als den großen Bierkenner bezeichnen, ich unterscheide lediglich zwischen herb, weniger herb und etwas süßlich. Deshalb überlasse ich eine Bewertung der hier aufgeführten Biere lieber euch.

Asien hat sich zu einem Kontinent der Biertrinker entwickelt und Thailand dürfte dabei mit im Spitzenbereich beim Konsum des Gerstensafts liegen. Übrigens werden thailändische Biere und Lebensmittel auch im Internet vertrieben.

Konkurrenzkampf der Brauereien

Entsprechend groß ist der Kampf der einzelnen Brauereien um Marktanteile. Die Thai-Asia-Pacific Brauerei ist mit Tiger, Heineken und Cheers vertreten, die Carlsberg Brauerei mit Carlsberg, die Thai Beverage Public Company mit Chang und die Thai-Amarit Brewery (T.A.B.) mit Amarit und Phuket Lager. Marktführer dürfte zurzeit wieder einmal die Boon Rawd Brewery mit ihrem Singha sein.

Ständig finden am Markt Veränderungen bei den Beteiligungen und Verkäufen der Brauereien untereinander statt, so dass die Besitzverhältnisse recht verworren erscheinen. Dank sei der Globalisierung.

In Thailand brauen sie anders

Thais legen keinen besonderen Wert auf ein ausgereiftes, feines Bier. Deshalb werden die in Thailand gebrauten Biere nicht wie bei uns in Deutschland bis zu acht Wochen gelagert. Während dieser Zeit der Reife bilden sich die feinen Aromen die wir bei einem Bier bevorzugen.

Dennoch wird das edle Gebräu meist nach dem Reinheitsgebot produziert. Es wird peinlich genau auf die Hygiene geachtet von der Rezeptur darf nicht abgewichen werden. Durch Moderne Techniken und eine höhere Wärmeeinwirkung beim Gärungsprozess reift das Bier in thailändischen Brauereien schneller. So werden erheblich mehr Hektoliter erzeugt, das steigert wiederum den Umsatz enorm. Es wird keine wie vielfach behauptet Chemie bei der Herstellung verwendet, um das Bier tropenfest zu machen.

Länger haltbar wird das Bier bei den hohen, tropischen Temperaturen durch den höheren Alkoholgehalt, der bei den meisten zwischen 5 Vol % und 6 Vol % liegt. Verantwortlich für den hohen Alkoholanteil ist die Zugabe von mehr Malz, daher wandelt die Hefe während des Gärungsvorgangs mehr Zucker in Alkohol um.

Thais haben seltsame Trinkgewohnheiten

Zuerst mutete es schon ein wenig absonderlich an, dass die Thais ihr Feierabendbier mit reichlich Eis trinken, ich fand mich aber schnell damit ab. Schmeckt gar nicht mal so übel, das Bier bleibt kalt und erfrischt. Auf eine Schaumkrone legen sie auch keinen gesteigerten Wert. Sie schütten sich ihre Gläser bis zum Rand voll, das sieht allerdings wenig appetitlich aus.

Die Bars in Pattaya oder auf Phuket servieren das Bier in Bierkühlern aus Styropor, die umgangssprachlich auch als „Condom“ bezeichnet werden. Manche haben recht lustige Motive aufgedruckt bekommen.

Fast alle Biersorten gibt es in großen und kleinen Flaschen sowie in Dosen. Alkohol wird in Thailand nur zwischen 11.00 Uhr und 14.00 Uhr sowie von 17.00 Uhr bis 24.00 Uhr verkauft.

Geschichte der Thai-Biere

Im Jahr 1933 erhielt Phya Bhirom Bhakdi die erste Lizenz in Thailand die ihn berechtigte Bier zu brauen. Das war praktisch die Grundsteinlegung für die Boon Rawd Brewery. Bis heute wird dort das beliebte Singha, kurz Singh genannte, gebraut. Einer seiner Söhne erlernte in München beim anerkannten Doemens Institut die hohe Kunst des Braumeisters. Somit war er der erste diplomierte Braumeister in Thailand.

Diverse Biere werden mit Reis gebraut, das bedeutet nicht zwangsläufig eine mindere Qualität oder einen schlechteren Geschmack. Reis ist schließlich auch eine Getreideart und es wird ebenfalls ein vorzüglicher Wein aus ihm hergestellt.

Die verschiedenen Bierarten

Singha Lager Beer

Das Singha ist eins der teuersten Biere.

Das Singha ist eins der teuersten Biere.

Das Singha Lager ist das meist getrunkene Bier aus der großen Produktpalette der Boon Rawd Brewery und hat einen Alkoholgehalt von 5 Vol % bis zum Jahr 2007 waren es noch 6 Vol %. Es wird bereits seit 1933 gebraut und viele Einheimische behaupten, es sei das einzig richtige Thai-Bier. Das Logo stellt in leicht abgewandelter Form einen Löwen (Singha) aus der Mythologie dar. Einige kritisieren, dass es nach Chemie schmeckt und es wäre für ein vernünftiges Bier zu fade im Geschmack. Getrunken wird es hauptsächlich von besser verdienenden Thais und Touristen. Ausländer die länger in Thailand leben greifen lieber auf andere Biere zurück.

Es gibt noch das Singha Light Bier mit einem Alkoholgehalt von 3,5 Vol %.  Das Singha Lager Draft Beer wird von der Brauerei in 30 Liter Fässern ausgeliefert, hat einen intensiveren Geschmack als das „normale“ Lager Bier.

Chang Classic Beer

Bei Thais und Farangs beliebt, das Chang Classic.

Bei Thais und Farangs beliebt, das Chang Classic.

Das Chang Classic hat einen Alkoholgehalt von 6 Vol % und ich wage zu behaupten, dass es das meist getrunkene Bier in Thailand ist. Da es wesentlich preiswerter ist als das Singha erfreut es sich bei der Landbevölkerung großer Beliebtheit. Für kurze Zeit hatte Chang sogar einen Marktanteil von etwa 60 %. Das Logo stellt zwei sich ansehende Elefanten (Chang) dar, die Dickhäuter werden von den Einheimischen nach wie vor verehrt. Das Bier wird aus Reis gebraut und hat einen wesentlich herberen Geschmack als das Singha, kommt unseren Vorstellungen von einem guten Bier schon etwas näher. Der Frontmann der populären Rockgruppe Aed Carabao machte lange Zeit Werbung für das Getränk und puschte es in der Beliebtheitsskala auf die vorderen Plätze. Auch ein Großteil der Farangs trinkt Chang Bier.

Wer allerdings zu tief ins Glas oder die Flasche schaut, wird am anderen Morgen mit einem Brummschädel bestraft. Deshalb wird es scherzhaft als „Kopfschmerzenbräu“ bezeichnet.

 Chang Export Beer

Das Chang Export Bier ist nicht so beliebt.

Das Chang Export Bier ist nicht so beliebt.

Das Chang Export ist ein klassisches Lagerbier mit einem Alkoholgehalt von 5 Vol %. Im Gegensatz zum Classic wird es nicht aus Reis gebraut sondern aus Malz. Ist folglich ein hundertprozentiges Malzbier. Es ist fader im Geschmack als das Classic, die Malz Aromen dominieren. Es wird hier in Thailand wesentlich seltener getrunken als die klassische Version. Von der Thai Bevarage Public Company wird ebenfalls ein Light Bier mit 4,2 Vol % Alkoholgehalt gebraut. Das Chang Draught mit 5 % Alkoholanteil konnte auf dem Markt auch nicht wirklich überzeugen. Chang Biere wurden in der Vergangenheit mehrfach mit Medaillen und Preisen ausgezeichnet.

Leo Beer

Das Leo ist ein süffiges Bier.

Das Leo ist ein süffiges Bier.

Das Leo wird gleichfalls von der Boon Rawd Brewery gebraut und hat einen Alkoholgehalt von 5 Vol %. Es ist im Geschmack weniger vollmundig als das Chang, hat aber eine erfrischende, zitronige Note. Mir schmeckt es recht gut. Wie bekannt sein dürfte, kommt das Wort Leo aus dem griechischen und heißt Löwe. Deshalb frage ich mich warum als Logo ausgerechnet ein Leopard herhalten musste. Vielleicht ist es vom Produzenten als kleine Denksportaufgabe gedacht, während man sich dem Konsum hingibt. Leo wird ebenfalls als Draft Bier in Pubs ausgeschenkt. Das Bier wurde mehrfach prämiert und ist wie das Chang bei Thais und Ausländern beliebt. Nicht zuletzt wegen des günstigen Preises. Der Preis der Biere wird demnächst eine noch größere Rolle spielen, da geplant ist die Bier- und Zigarettenpreise wieder einmal zu erhöhen.

Die Thais sollen weniger trinken und rauchen äußerte die Regierung um die Kosten im Gesundheitswesen zu reduzieren. Rauchen und Alkoholmissbrauch macht die Menschen krank, belastet den Etat der Krankenhäuser.

Archa Lager Beer

Das Archa ist wenig beliebt.

Das Archa ist wenig beliebt.

Das Archa reiht sich in die Kette der Lagerbiere ein und hat lediglich einen Alkoholgehalt von 4,9 Vol %. Das Bier mit dem Pferd als Logo wird von der Thai Beverage hergestellt und ist ein Billig-Bier. Wenig beliebt bei Thais und Westlern. Bei den Thais dürfte der Grund eher sein sich in der Öffentlichkeit nicht mit einem preiswerten Bier zeigen zu wollen. Wieder einmal ihr Statusdenken! Ein Freund sagte: Das ist kein Bier sondern so etwas ähnliches wie ein „Limonadengetränk“. Mir schmeckt es.

Leider wird es auf Grund der geringen Nachfrage nicht überall angeboten, außer in jedem 7-Eleven. Die Rechnung der Thai Beverage ging scheinbar nicht auf. Sie wollte mit dem Archa die Zielgruppe der Jugendlichen erreichen, die süffeln aber lieber ihr Chang Bier.

Heineken Lager Beer

Das Heineken gehört eher zu den Exoten.

Das Heineken gehört eher zu den Exoten.

Heineken wird hauptsächlich in den Touristengebieten gut verkauft, aber auch besser verdienende Thais gönnen sich in Restaurants der gehobenen Kategorie durchaus einmal ein Premium Bier. Produziert wird es von der Asia Pacific Brewery mit einem Alkoholgehalt von 5 Vol %. Vielen ist das holländische Heineken zu wässrig und mehr als fade im Geschmack. Das kann ich nur bestätigen, da ich lange Zeit in Holland lebte kam ich öfter in den Genuss dieses Biers. Übrigens wird bei der A.P.B. auch mittlerweile das niederländische Amstel Bier gebraut. Ein weiteres Produkt ist das weniger bekannte Cheers Beer.

In Pattaya und anderen Touristenorten war früher das Carlsberg eins der beliebtesten Biere, jetzt bevorzugen dort die Urlauber das San Miguel, trinken es mit einer Limone oder Zitrone. Es gibt noch wesentlich mehr Biere in Thailand, aber die oben aufgeführten zählen eindeutig zu den beliebtesten.

Lasst euch die Bierchen auch weiterhin schmecken, Auswahl gibt es reichlich.

Bis demnächst euer

Herby

3 Kommentare

  1. Peter Friedrich Mahncke on

    Herby ich bevorzuge Leo, es ist eerfrischend und nicht so stark wie das Chang. Leo ist gerae fuer das Paket 24 Dosen um 20 Baht im Preis gestiegen. Gruss Peter

    • Ich mag das Leo auch wegen seines milden Geschmacks. Das Bier soll übrigens noch einmal teurer werden Peter.
      Gruß
      Herbert

  2. Generell trinken wir immer Singha, schmeckt uns persönlich am besten. Auf Koh Chang jedoch trinken wir natürlich Chang Beer. Schlecht sind sie alle nicht, da fällt es schwer sich auf eine Biersorte festzulegen.

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