Feuerbestattung auf dem Land

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In ganz Thailand finden bis auf wenige Ausnahmen Feuerbestattungen statt. Nur die Minderheiten, Muslime und Christen bestatten ihre Toten in der Erde. Feuerbestattungen auf dem Land sind für die Bewohner des Dorfes ein Fest, da sie an die Wiedergeburt glauben, an ein besseres zweites Leben. Trauer wird nur selten gezeigt, alle sind fröhlich und vergnügt.

Tote werden traditionell bestattet

Der Tote wird in einem Zimmer aufgebahrt und Angehörige sowie Freunde erweisen ihm die letzte Ehre. Begleitet wird das Ganze von einer Trauer Musik. Thais sind spielfreudig, obwohl das Glücksspiel verboten ist. Das Verbot wird bei einer Feuerbestattung für drei Tage aufgehoben. Männer und Frauen frönen diesem normalerweise verbotenen Vergnügen. Arme Leute zimmern den Sarg in dem der Tote verbrannt wird selber. Reich verzierte Särge können sich nur die besser gestellten leisten. In den Abendstunden wird Geld gespendet und die obligatorische Schale Reis an die Familie überreicht. Wie bei allen Festen werden reichlich Speisen, Bier und der typische Thai-Whisky an die Gäste verteilt. Feuerbestattungen auf dem Land laufen alle nach dem gleichen Muster ab. Die Menschen pflegen ihre alten Traditionen. Die eigentliche Feuerbestattung findet am nächsten Tag statt.

Die Feuerbestattung wird zur Nebensache

Am frühen Morgen erscheinen neun Mönche und sprechen ihre Gebete. Gegen 11.00 Uhr speisen diese, da sie nach 12.00 kein Essen mehr verzehren dürfen. Die gesamte Trauergemeinde ist durch eine weiße Schnur miteinander verbunden, die am Sarg endet. Der Sarg wird auf ein Fahrzeug geladen und der Trauerzug folgt ihm zum Kloster. Dort findet die Feuerbestattung statt. Auf dem Gelände des Klosters befindet sich ein kleines überdachtes Gebäude in dem ein Feuer entfacht und der Sarg mit dem Toten verbrannt wird.

Von der Feuerbestattung nehmen die Anwesenden kaum Notiz. Sie essen, trinken und zocken weiter beim Kartenspiel. Die Asche des Verstorbenen kommt in eine Art Urne und wird mit nach Hause genommen. Während der folgenden Woche kommen die Mönche jeden Tag um 19.00 Uhr um den Geist des Toten aus dem Haus zu vertreiben. Wie auch bei anderen Festen, zeigen die Thais gerne was sie haben um an Gesicht zu gewinnen. So kann auch eine Feuerbestattung auf dem Land schnell einmal um die 200 000,- Baht kosten. Um dies zu finanzieren werden überall Schulden gemacht, die über Jahre das eh schmale Haushaltsbudget belasten. Für die Thais kein Problem, man lebt nur einmal.

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