Hauseinweihung in Thailand

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Ein besonderes Fest ist die Hauseinweihung in Thailand. Das eigene Haus ist Statussymbol Nummer eins und verleiht dem Besitzer viel Gesicht. Entsprechend groß fallen die Feierlichkeiten aus. Der Schamane legt das Datum der Feier fest, es soll sichergestellt werden dass die Besitzer in ihm glücklich werden. Die Hauseinweihung könnte mit unserem Richtfest verglichen werden. Nachdem das Haus also fertiggestellt ist, der Ärger bei dessen Bau über die unzuverlässigen Handwerker, die nicht auf die Vorschläge des ausländischen Bauherrn eingingen, beginnen die Vorbereitungen für die Feier. Für die Thais das reinste Vergnügen. Eingekauft wird auf dem Markt Lao Khao (Thai-Whisky) Bier und diverse andere Alkoholika. Verschiedene Fleischsorten, Gemüse, Obst und Fisch werden in riesigen Mengen auf den Pickup geladen, es soll an nichts fehlen.

300 Gäste sind keine Seltenheit

Das Festzelt wurde bereits am Vortag aufgebaut und die Musikkapelle für den Abend bestellt. Wer es sich leisten kann, verpflichtet auch noch eine Tanzgruppe, die auf einer Bühne ihre mehr oder weniger gekonnten Tanzeinlagen präsentieren. Tagsüber konsumieren die Männer bereits reichlich Alkohol, während die Frauen mit der Zubereitung des Essens beschäftigt sind. Das wichtigste darf nicht fehlen, neun Mönche, die am Abend erscheinen und dem Haus den „Segen“ erteilen.

Thai Familien sind groß entsprechend hoch ist die Anzahl der Gäste. Mit Freunden und entfernten Verwandten, können da schnell 200 bis 300 Personen zusammenkommen. Mancher Auswanderer war hinterher schockiert über die hohen Kosten. Die eigentliche Zeremonie beginnt. Die ganze Gesellschaft umrundet das Haus insgesamt dreimal mit lautem Gebrüll und Geschrei. Danach wird das Haus und dessen Besitzer von dem Zeremonienmeister des Dorfes gesegnet. Handelt es sich um ein Paar wird dieses mit einem weißen Faden an den Händen zusammengebunden. Dies soll sie auf ewig verbinden. Bei der Hauseinweihung werden dem Paar Geldscheine an die Handgelenke gebunden, da kommt ein schöner Betrag zusammen. Der offizielle Teil endet mit dem Eintreffen der Mönche gegen 21.00 Uhr. Diese sprechen ihre Gebete und versprühen heiliges Wasser im gesamten Haus.

Gefeiert wird bis in die frühen Morgenstunden

Dann beginnt der gemütliche Teil. Die Musik wird auf volle Lautstärke gedreht, die Thais rennen zum Buffet und laden sich Essen auf die Teller, dem Alkohol wird reichlich zugesprochen. Der Ausländer steht meist ziemlich verloren in dem Krach herum und schüttelt mit dem Kopf, kann diese Art des Feierns nicht verstehen. Das Ganze dauert bis in die frühen Morgenstunden, es wird ausgelassen gefeiert, bis auch der letzte Tropfen Alkohol vernichtet wurde. Am zweiten Tag wiederholt sich das Ganze. Die Mönche rücken noch einmal zu einer abschließenden Zeremonie an und die Gäste verzehren die Reste vom Vortag. Eine Hauseinweihung in Thailand ist für die Thais ein rauschendes Fest, bei dem alle ihren Spaß haben. Nur der Ausländer sieht dies ein wenig anders. Wieder einmal wird deutlich, wie unterschiedlich die Kulturen sind.

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