Lautstärke Musik ist schön

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Thais empfinden lautstärke Musik im Gegensatz zu den meisten Ausländern scheinbar als schön. Dabei kann eigentlich von laut schon nicht mehr die Rede sein, die Schmerzgrenze wird eindeutig überschritten.

Ob auf Hochzeiten, Beerdigungen oder sonstigen Festen, jedesmal wird ein riesiger Wagen mit einer dichten Wand voller überdimensionaler Lautsprecherboxen und Verstärkeranlagen angemietet. Spätestens nach einer halben Stunde, stellt sich das Gefühl ein, Taub zu werden. Die Thais stört das wenig, keiner käme auf die Idee sich zu beschweren.

Auf Nachbarn nehmen die Thais wenig Rücksicht

Mit der kleineren Variante der Lautsprecher geben die Thais sich nicht zufrieden.

Mit der kleineren Variante der Lautsprecher geben die Thais sich nicht zufrieden.

Nicht genug mit der Musik, auch bei Ansprachen, sei es durch die Mönche oder den Bürgermeister des Dorfs, wird die erträgliche Lautstärke deutlich überschritten. Mit sonorer Stimme verkündet der Dorfvorsteher die letzten Neuigkeiten.

Welche Feste stehen an, wer heiratet und welche Abgaben sind noch zu entrichten. An strategisch wichtigen Punkten sind auch hier Lautsprecher an Betonmasten befestigt.

Besonders dramatisch wird das Ganze vor einer anstehenden Wahl. Dann wird das „mobile Einsatzkommando“ mit Pickups durch das Dorf geschickt. Eine Endloskassette wirbt lautstärk für die diversen Kandidaten. Diese enervierende Angelegenheit zieht sich über mehrere Tage hin.

Wehe, der Farang (Ausländer) hat einen Thai zum Nachbarn, der Abend für Abend mit seinen Kumpels Party macht und sich dabei Thai-Pop vom Feinsten reinzieht. An Schlaf ist nicht zu denken. Für die Thais null Problemo. Er zieht sich seinen Pop rein, während Frau und Kinder sich bei voller Lautstärke eine Seifenoper nach der anderen ansehen. Eine tolle Geräuschkulisse, für den der sich gerne selber quält. 🙂

Ein buntes Gemisch an lauten Geräuschen

Volksfeste sind das Non Plus Ultra der Geräusche. An jedem Stand andere Musik, anderer Sound, allen gemeinsam ist die Lautstärke. Dazwischen preisen Verkäufer schreiend ihre Waren an und die Kinder vergnügen sich lärmend auf einer Gummirutsche oder dem Karussell.

Ein weiterer Genuss für die Ohren sind die Pickups, deren Ladeflächen bis in die letzte Ecke mit Lautsprecherboxen bestückt sind. Vorzugsweise abends oder gar in der Nacht, treiben die Fahrer ihr Unwesen. „Volle Lautstärke voraus“, fahren sie durch den Ort und lassen alle Bewohner an ihrer Lieblingsmusik teilhaben.

Auch manche Busunternehmen scheinen einen Teil ihrer Gewinne in Außenlautsprecher  zu investieren. Scheinbar in der Hoffnung durch die Lautstärke Neukunden zu gewinnen brettern sie in rasanter Fahrt über Land. So kommt ein buntes Gemisch an lauten Geräuschen zustande, deren Ursprung oft nicht zugeordnet werden kann.

Nicht anzunehmen, dass die Thais ein anderes Hörempfinden haben als wir. Um so verwunderlicher, dass ihnen der Lärmpegel nicht auch zu schaffen macht. Musik ist sicherlich schön, aber Zimmerlautstärke würde doch ausreichen.

Versucht euch nicht nerven zu lassen, bleibt locker. Oder legt euch Ohrenstöpsel zu. 🙂

Bis demnächst euer

Herby

6 Kommentare

  1. Du hast vergessen zu schreiben, dass es sich um ein Volltrottel Volk handelt.
    Zivilisierte Leute verhalten sich anders als diese Deppen hier. In allen anderen Bereichen uebrigens auch.
    L.G.
    Aus Korat

    • Hallo Andreas,

      die Thais sind halt wie sie sind und unsere manchmal vielleicht berechtigte Kritik ändert die Menschen mit Sicherheit nicht.

      Gruß
      Herbert

  2. Also erstens ärgert mich der Kommentar von Andreas aus Korat, was macht der hier unter lauter Trotteln denn?
    Zweitens denke ich das Thais, ähnlich wie Hunde ihr Gehör abschalten können, und so immun sind gegen eine überbordende Geräuschkulisse.
    Beispiel, wir bauen z.Z. unser Haus um, und obwohl da gebohrt & gehämmert wird ohne Unterbruch, schläft meine bessere Hälfte, nach dem Essen wunderbar ihr wohlverdientes Mittags-Schläfchen.
    Herzliche Grüsse aus dem Isaan
    Roman

  3. Hallo Herbert,

    …und es gibt sie doch: Die Thais, die die Polizei rufen!
    Wir haben hier im Dorf einen Netten, der seine vier Autotueren oeffnet und dann die Blaster blasten laesst. Die Waende aller Haeuser im Dorf zittern.
    …und siehe da: Regelmaessig, ob bei Tag oder Nacht, kam die Polizei vorbei.
    Anfaenglich hat es nichts genutzt (wir sind ja so einsichtig), aber seit der Oberschugger mal persoenlich vorbei sah…

    Gruss vom Namensvetter

  4. Dietmar Kajnath on

    Hallo,

    ist das ein Land- oder Stadtphenomen? Wir wohnen in der Nähe von BangSaen zwischen SiRacha und Chonburi in einem fast reinen Thai-Dorf, neben unserem ist noch eines, Aber es ist ruhig bei uns im Dorf, und nebenan auch. Gelärmt wird nur am Wassereservoir 8 km von uns, wenn Feste gefeiert werden.
    Laute Musik kenne ich eigentlich nur aus dem Isaan, aber dann haben wir, wenn wir da waren, uns angeschlossen und waren auch fröhlich.
    Ansonsten bin ich froh, keine Farangs wie A. aus Korat zu kennen. Ätzend.

    LG – Dietmar

  5. Dr. Bernd Hagen on

    Hallo Herbert,
    ich kann deine kritischen Worte zur Lärmbelästigung sehr gut nachvollziehen, zumal diese entnervende Geräuschkulisse auch unser ländliches Leben hier in Kambodscha, vor den Toren von Siem Reap, zumindest einmal in der Woche, meist aus allen vier Himmelsrichtungen, begleitet. Dieses dubiöse Gedudel, das die 100 Dezibel Grenze „spielend“ überschreitet, wird hier wie im übrigen auch in Vietnam als mehr oder minder feierliche Begleiterscheinung zu Trauerfeiern, zum Totengedenken (!), bei Hochzeiten, bei Richtfesten und Hauseinweihungen oder auch einfach zu Feierabendsvergnügungen und Trinkgelagen inszeniert.
    Die lautstarken Blaster beginnen bereits um 6 Uhr am Morgen und ignorieren regelmäßig die amtliche verordnete Sperrstunde, die vor einigen Jahren auf 22:30 festgesetzt wurde.
    Du hast im übrigen recht damit, dass die Einheimischen sich von diesem Gedröhne überhaupt nicht belästigt fühlen, ganz im Gegenteil. SIe empfinden es als Teil ihres kulturellen Verständnisses und sind es eben von Kind auf gewöhnt, mit dieser Lärmkulisse zu leben und sie auch akustisch auszublenden, falls sie mal Ihrer überdrüssig werden.

    Das qm

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