Leben im Dorf der Frau?

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Ob er ein Leben im Dorf seiner Frau oder Freundin führen möchte, sollte der Auswanderer sich vorher gut überlegen. Jede Thai Frau wird aus gutem Grund versuchen, ihren neuen „Liebling“ in ihr Dorf zu locken. Dort lebt meist ihre gesamte Familie und ihre Freunde, denen sie sich seit frühester Kindheit verbunden fühlt. Außerdem gewinnt sie, sollte der Ausländer ein Haus bauen an Gesicht und die Familie wird direkt oder indirekt in irgendeiner Form mit versorgt.

Vieles spricht gegen ein Leben im Dorf der Frau

Für den Ausländer spricht eigentlich alles dagegen ein Leben im Dorf seiner Frau zu führen. Die „Dörfer“ bestehen meist nur aus etwa 50 Häusern, oder besseren Hütten. Was am Anfang noch romantisch wirken mag, entpuppt sich nach einiger Zeit als äußerst langweilig. Die Frau spricht mit Sicherheit nur wenig Englisch und die wenigsten Ausländer sind bereit Thai zu lernen. Eine Unterhaltung ist also so gut wie unmöglich. Vor lauter Frust beginnen viele mit dem Trinken. Die Familie der Angebeteten steht an erster Stelle, die Frau wird die meiste Zeit mit ihnen verbringen und sie mit Nahrungsmitteln und Bier aus dem Kühlschrank des Hausherren versorgen. Der erste Ärger ist vorprogrammiert. Es ist noch nicht einmal böse gemeint was sie macht. Nach Thai Verständnis hat derjenige mit mehr Geld diejenigen zu unterstützen die wenig haben. Da wir das aber von Deutschland her nicht kennen, regen sich die meisten darüber auf und bekunden dies auch lautstärk.

Die Mentalität der einfachen Landbevölkerung ist schwer zu verstehen und ein Ausländer wird in einem Thai Dorf nur selten wirklich akzeptiert werden. Das wird nicht offen ausgesprochen, aber seine Nähe wird auch nicht gerade gesucht. Tritt der Ausländer dann noch arrogant auf und lässt den Besserwisser raushängen, hat er bei den Menschen das Gesicht verloren. Auch Belehrungen der finanziell nicht sonderlich gut gestellten Leute wie sie besser mit ihrem Geld umgehen könnten, stößt auf Unverständnis. Wenn Thais Geld haben wird es ausgegeben. Unser wirtschaften mit den vorhandenen Mitteln wird von ihnen als Geiz ausgelegt.

Unordnung und mangelnde Privatsphäre regen ihn auf

Thais sind an sich selber sauber. Gehen wenn möglich dreimal am Tag duschen und wechseln ihre Kleidung, schlechte Gerüche verabscheuen sie. Aber ihren Müll schmeißen sie auf dem Dorf aus den Fenstern. Auch mit der Sauberkeit im Haus hapert es, von Ordnung kann keine Rede sein. Schrank auf, rein mit den Sachen und Türe zu. Was sie nicht sehen stört nicht mehr. Auch dies wird den Ausländer über kurz oder lang aufregen. Er findet seine Sachen nicht mehr und vieles wird von den lieben Nachbarn entliehen, aber nicht mehr zurückgebracht. Darauf angesprochen zucken sie mit den Schultern und lächeln. Privatsphäre gibt es ebenfalls nicht. Jeder betritt das Haus ohne anzuklopfen, oder zu fragen ob er willkommen ist. Für die Thais normal, für den Farang ein weiteres Ärgernis. Deshalb ist es nur für wenige Farangs möglich ein Leben im Dorf seiner Frau zu führen. Die kulturellen Unterschiede und die Vorstellung wie das tägliche Leben ablaufen soll, sind einfach zu verschieden. Kritik an all dem darf auch nicht geäußert werden, diese vertragen die Thais überhaupt nicht.

1 Kommentar

  1. Werner Helmert on

    Ich lebe schon 19 Jahre in einen Dorf, das ich schon durch meine erste Frau kannte, ich konnte von Anfang an schon etwas Thai, meine Frau war 7 Jahre in Deutschland und spricht Deutsch,
    leider werden die Sprache mit der Zeit schlechter, Wortschatz lässt nach, gut kann ich mich mit meinen Sohn auf Deutsch unterhalten, obgleich er erst 4 Jahre alt war als wir nach hier kamen.
    Am Anfang gab es viele Partys, ging mir manchmal auf die Nerven, hat sich normalisiert, bin hier angekommen, viele Kinder waren noch gar nicht geboren vor 19 Jahren und haben jetzt selber Kinder, für die war der Farang immer schon da, positiv ist für mich das die Eltern meiner Frau schon lange tot sind, und viele Verwandte im Dorf sind bereits verstorben, Ärger hatte ich nur mit einen Stiefsohn, hat mich auch einiges gekostet. Vieles hat sich in den 19 Jahren verbessert, neue Stromleitung, endlich 220 Volt (ab und zu mehr oder weniger) viele Klongs wurden gebaut,
    damit weniger Gefahr für Überschwemmung, und seit letzter Woche gibt es eine Müllabfuhr,
    eine wirkliche Erleichterung für mich.

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