Nehmen Thailänderinnen die Treue ernst?

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Eigentlich ist es müßig, über das Thema zu schreiben. Aber ständig erreichen mich Mails in denen ich zum Thema Thailänderinnen befragt werde. Ob Thaifrauen nun die Treue ernst nehmen oder nicht ist sicherlich nicht allgemein gültig zu beantworten. Ich kenne Thai-Ehepaare die monogam leben, andere nehmen es mit der Treue nicht so genau und sind einem Seitensprung nicht abgeneigt.

Jedenfalls beschäftigt das Thema schon seit ewigen Zeiten die Ausländer aller Nationen und es wird nach wie vor heftig darüber diskutiert. Zu einem Ergebnis führen die Debatten nie, dafür gehen die Meinungen zu weit auseinander.

Oft kommen die Thailänderinnen schlecht dabei weg. Viele Farangs sehen in ihnen nur üble Abzockerinnen, die es auf das Geld der Ausländer abgesehen haben.

Zum Abzocken gehören immer zwei

Die Mädchen, die an der Bar arbeiten machen einen Job und versuchen selbstverständlich so viel Geld wie eben möglich zu verdienen. Nebenbei sei bemerkt: Zum Abzocken gehören immer zwei. Derjenige der es macht und derjenige der es mit sich machen lässt.

Außerhalb der Bar-Szene finden sich Frauen, die durchaus treu sind, nicht nur Geld im Kopf haben, und wie sie ihrem Herzallerliebsten den letzten Baht aus der Tasche ziehen können. Bitte nicht alle weiblichen Wesen über einen Kamm scheren.

Aber, selbst der Naivste kann nicht glauben, dass eines der Barmädchen wirklich treu ist. Ihnen ist es vollkommen gleichgültig mit wem sie die nächste Nacht verbringen werden. Natürlich haben sie lieber einen gutaussehenden Mann an ihrer Seite. Aber in erster Linie ist Kasse machen angesagt. Allerdings auch an den Bars gibt es die berühmte Ausnahme von der Regel.

Nehmen Männer die Treue ernst?

Gehen wir das Thema doch einmal von der anderen Seite aus an. Wenn Mann (also wir) eine gutaussehende Frau sehen, drehen wir uns an mit Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nach ihr um. Macht sie uns dann auch noch Avancen, ist es um uns Männer doch geschehen und mit der Treue nehmen wir es dann ebenfalls nicht mehr ganz so ernst.

Selbstverständlich ist es etwas vollkommen anderes, wenn wir vom Pfad der Tugend abweichen. Bei Frauen bekommt das Ganze sofort unberechtigter Weise einen negativen Beigeschmack.

Thaimänner haben nicht selten eine oder sogar mehrere Nebenfrauen, (Mia Noi) wenn sie es sich finanziell leisten können.

Das ist in Asien seit Jahrhunderten nichts ungewöhnliches. Auf Grund ihrer Erziehung nehmen die meisten Frauen das zähneknirschend hin, nur wenige machen dem Mann Vorwürfe. Sie haben Angst, dass er sie verlässt und sie mit den Kindern alleine dastehen.

Thais gehen Beziehungen lockerer an als wir

Zum Essen gehen Männer und Frauen oft gemeinsam aus.

Zum Essen gehen Männer und Frauen oft gemeinsam aus.

Wer sich einmal umschaut, stellt schnell fest: Bei Festen oder Veranstaltungen bilden sich immer zwei Gruppen. Auf der einen Seite die Männer auf der anderen die Frauen. So verhält es sich auch in den meisten Familien. Jeder hat seinen Aufgabenbereich, sie leben nebeneinander her.

Es gibt nur wenige gemeinsame Bekannte, außer den Familienangehörigen der Ehepartner. Jeder hat seinen eigenen Freundeskreis mit dem er Kontakt pflegt.

Im Isaan beispielsweise ist kaum noch Arbeit zu finden, also arbeitet einer der Eheleute in einer entfernt gelegenen Stadt. Der andere kümmert sich um die Familie und Kinder im Heimatdorf.

Manchmal sehen sie sich nur wenige Male im Jahr. Durch die räumliche Trennung entfremden sie sich selbstverständlich auch menschlich voneinander.

Entweder finden sie neue Partner oder haben flüchtige amouröse Abenteuer. Das kommt bei Männern und Frauen gleichermaßen vor. Auch das nehmen die Thais locker und sagen: mai hen mai put. (Wenn du etwas nicht siehst, rede nicht darüber)

Typisch Thai! So gehen sie eventuell daraus resultierenden Problemen und langen Diskussionen aus dem Weg.

Sind Männer und Frauen weltweit nicht ähnlich?

Sind die Frauen in Deutschland oder anderen Teilen der Welt immer treu? Laut einer statistischen Erhebung, haben etwa 65 Prozent der Frauen weltweit ab und an ein amouröses Abenteuer. Bei den Männern sieht es aber nicht besser aus!

Warum also die Frage diskutieren, nehmen Thailänderinnen die Treue ernst wo es doch ein weltweites Thema zu sein scheint.

Dabei gibt es für die Frauen die unterschiedlichsten Gründe aus der Ehe auszubrechen. Sicherlich versprechen sich einige einen finanziellen Vorteil davon. Andere fühlen sich von ihrem Partner unverstanden.

Der Hauptgrund soll allerdings ganz banal die Langeweile sein, dies überrascht eigentlich nicht. Auch Männer geben das als Grund für’s Fremdgehen an.

Schnell ist aus einer Beziehung die Luft raus

Das Bett wird mit dem Partner zur Nebensache, man begibt sich auf die Suche nach Abwechslung. In der heutigen Zeit kein Problem.

Viele Ehemänner sind beruflich so eingespannt, dass sie abends vollkommen abgeschlafft nach Hause kommen nur noch ihre Ruhe haben möchten. Gespräche mit der Frau beschränken sich auf das Nötigste.

Die Ehefrau fühlt sich vernachlässigt und sucht den einfühlsamen Mann für ein gemeinsames Leben. Somit erledigt sich das Thema nehmen Thailänderinnen die Treue ernst eigentlich schon, da das Problem mit der Treue oder Treulosigkeit nicht nur in Thailand existiert.

Männer nervt es, wenn die Frau sie nach getaner Arbeit bei der geliebten Fußballübertragung stört und im währenddessen mit den Kindern in den Ohren liegt. Sie bemängeln, dass die Ehefrau sich in der Ehe gehen lässt, sich nicht mehr so zurecht macht wie sie das am Anfang der Beziehung tat. Zum Mauerblümchen mutiert.

Also liebe Männer nicht immer hinterfragen, ob die Thailänderinnen oder besser gesagt die Frauen generell treu sind. Wir sollten einmal in uns gehen, uns die Frage stellen: Verhalten wir uns nicht gleich?

Bis demnächst euer

Herby

7 Kommentare

  1. Hannelore Grill on

    Herby, ich finde deine Nachrichten interessant und folge deinen Neuigkeiten. Deshalb schreibe ich auch gerne meine Erfahrung die ich in Thailand machte nachdem ich 6 Monate durch Süd Ost Asien allein mit dem Fahrrad gefahren bin auf Google. Die Anschauung die wir im Westen haben und mit dessen Augen wir die Thais betrachten hängt mit unserer Kultur zusammen. Die Anschauungen die die Thais haben hängen mit ihrer Kultur zusammen. Sie sind von der buddhistischen Kultur geprägt. Wir sind von der christlichen Kultur geprägt und das auch wenn wir nicht religiös sind. Buddhistische Religion glaubt nicht an romantische Liebe. Liebe für Buddhisten hat eine ganz andere Bedeutung als bei den Christen. Die Christen verkünden Liebe zum Partner, Liebe zu den Eltern, Liebe zu den Kinder, und sie verkünden Treue. Für Buddhisten ist Leben leiden, nicht festhalten, lass gehen.
    Lese gerne meine persönliche Auffassung über den Buddhismus und über die Buddhistische Gesellschaft in Thailand so wie ich es als westliche Frau sehe auf:

    • Hallo Hannelore,

      du vertrittst interessante Ansichten. Einige davon decken sich mit meinen und den Erfahrungen die ich im Laufe der vielen Jahre in Thailand machte. Deine Beiträge auf Google Plus sind jedenfalls lesenswert.

      Lieben Gruß
      Herbert

    • Dieses Statement halte ich für plumpen Kulturalismus.

      Die romantische Liebe ist auch in der christl. Historie kein ehetaugliches Modell gewesen. Auch im westl. Kulturkreis war eine Ehe bis ins 20. Jh. eher ein versorgungsrechtliches Modell teilweise auch zum Kapitalerhalt und -vermehrung. Die romantische Liebesehe ist also auch im Westen eher neu und ohne rechtliche Gleichstellung der Geschlechter auch gar nicht möglich.
      Ferner ist Buddhismus auch nicht gleich Buddhismus. Der in TH übliche ist eher der traditionelle, welcher sich eher auf die Person bezieht und Missionierungen praktisch ausschließt. Das persönliche Lebensmodell wird hier Jedem individuell zugestanden. Er gibt nur einen moralischen Kompass vor, der aber Bestandteil jeder höheren Zivilisationsstufe ist.
      Völliger Quatsch ist die unterstellte Kausalität der buddh. „Leidensauffassung“ zu fehlender familiärer Liebe oder Bindung. Beim buddh. Begriff des „Nicht festhalten“ geht es doch nicht um familiäre Beziehungen und Verantwortungen zum Partner, Eltern oder Kindern, sondern um die Nichtakzeptanz des vergänglichen Lebens bzw. Machtausübung gegen über anderen Lebewesen. Die Liebe zum Kind und zu den Eltern ist ebenfalls tief in der thail. Kultur verankert. Auch das Modell der romantischen Liebe ist in allen SO-asiatischen Ländern genauso verbreitet, wie in Europa. Es wird hier nur nicht als einzig gültige Lebens/Beziehungsform propagiert, was nicht heißt das gegenseitige Zuneigung und Respekt keine Rolle spielen würden. Auch in TH ist eine hohe Promiskuität gesellschaftlich keineswegs anerkannt. Diese wird auch keineswegs vom Buddhismus irgendwo gefördert. Ich habe keine Ahnung, wo Sie ihre Vorstellungen vom Buddhismus her haben. Wichtig für die Beurteilung thailändischer Familienbeziehungen sind auch eine andere Struktur in Erbfolge und Versorgungsstruktur. Die ist in TH weit aus weniger patriarchal als im Westen. Das hängt aber auch nicht direkt mit dem Buddhismus zusammen, das sich diese von anderen buddh. Ländern stark unterscheidet.

  2. Schön geschriebener Beitrag. Danke dafür. Ich denke jeder zahlt mal Lehrgeld und wird, wie ich ,nach diversen Aderlässen vorsichtiger bzw tendiert eher zum Shorttimer zu werden und den Wunsch nach einer festen Partnerschaft dem Schicksal zu überlassen. Ehrlicherweise muss man ich auch zugeben dass man bei der Fülle des Angebotes auch mal zum Butterfly werden kann 🙂

    • Hallo Werner,

      jeder sollte so leben können wie es ihm gefällt. Und unser Lehrgeld zahlten wir alle einmal auf die ein oder andere Weise. Wer verzweifelt nach einer Partnerin sucht, wird sie nicht finden. Da ist es schon besser auf das Schicksal zu vertrauen. 🙂

      Lieben Gruß
      Herbert

  3. Salü Herby,
    ich lebe im Isaan, und sehe so ziemlich jeden Tag was so abgeht, interessanterweise aber werde ich zusätzlich noch von meiner Frau, über wer mit wem und warum, informiert.
    Ich habe einfach festgestellt das Thais, Pragmatiker sind. Was ich hier nicht bekomme, bekomme ich doch anderswo. Das der Tamina sich natürlich als umwerfend ansieht, sobald er genügend „Tang“ im Beutel mitführt ist ja seit jeher so.
    Der Vater meiner Schwiegermutter zeugte mit 3 verschiedenen Frauen Kinder (offensichtlich war er begütert). Seine Nachkommen, sofern sie noch leben, verkehren wie Geschwister miteinander, und sehen eigentlich kein Problem, mit der Situation.
    Mein Schwager, Vorsteher des Tambons und Vertreter in der Amphoe, wollte sich vor einiger Zeit auch eine Mia Noi gönnen. Nur hatte er die Rechnung ohne seine Frau gemacht, die dieses Ansinnen im Ansatz unterbunden hat. die Schwester meiner Frau hat umgekehrt ein Verhältnis mit einem Dorfbekannten Gigolo begonnen. Offensichtlich wollte Sie etwas Anerkennung, da Ihr angetrauter Ehegatte als äusserst geizig gilt. Ob dieses Verhältnis noch Bestand hat, konnte ich meiner Frau nicht entlocken, mai luu lautet Ihre Antwort………..
    Herzlichst Roman

    • Hallo Roman,

      da wir im Isaan leben, sind wir natürlich nah am Geschehen und bekommen alles Hautnah mit. Wer mit wem gerade eine „Liebelei“ am Laufen hat ist oft nicht nachvollziehbar. Meine Ex-Freundin informierte mich auch immer darüber was gerade aktuell war und hatte dabei einen Heidenspaß. Da ich nun alleine lebe, fließen die Informationen spärlicher. 🙂 Die Thais hängen so etwas nicht an die große Glocke, trotzdem weiß jeder Bescheid. Ihr Pragmatismus ist übrigens teilweise bewundernswert.

      Lieben Gruß
      Herbert

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