Pattaya-Die guten alten Zeiten

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Wehmütig erinnern sich Expats und ältere Thailand Urlauber an die Zeit als Pattaya noch ein unbekanntes Fischerdorf war. Tourismus gab es so gut wie keinen, nur Individualisten auf der Suche nach Ruhe fanden den Weg in das verschlafene Dörfchen. Bars waren zu dieser Zeit ein Fremdwort. Im Milieu, und das auch nur versteckt, arbeiteten einige wenige Mädchen aus dem Isaan. Sie hofften auf Kundschaft aus dem nahen Bangkok. An den Wochenenden kamen vereinzelt Thais und in der Hauptstadt lebende Ausländer nach Pattaya, um sich zu erholen.

Die ersten Barbetriebe entstanden

Schon während des Vietnamkriegs änderten sich die Zeiten. Die Amerikaner nutzten Pattaya, um sich von der Mühsal des Kriegs zu erholen. Die Soldaten nannten das: Rest and Recreation. (Ausruhen und Erholung) Während dieser Zeit entstanden die ersten Barbetriebe. Nach Kriegsende war es mit den guten Verdienstmöglichkeiten der Mädchen aus und vorbei. Hotels, Gästehäuser und die zahlreichen, kleinen Bungalows waren verwaist. Ebenfalls harte Zeiten für die Mädchen. Sie konnten die Miete für ihre Zimmer nicht mehr zahlen. Noch schlimmer für sie war: Die in entfernten Dörfern lebenden Familien konnten nicht mehr finanziell unterstützt werden.

Endgültig vorbei war es mit den guten alten Zeiten, als die Westler Pattaya als Urlaubsziel entdeckten. Thailand rührte die Werbetrommel und die Touristen kamen. Hotelbetriebe und Bars füllten sich wieder. Schnell hatten Pattaya und Bangkok einen eher zweifelhaften Ruf. Eine große Anzahl der Besucher kam nur wegen der speziellen Serviceleistungen der Mädchen. Heute haben die Russen das Seebad fest im Griff, in den 70er Jahren machten Deutsche den grössten Teil der Urlauber aus. Diese Zeit ist mit der heutigen nicht zu vergleichen.

Die Mädchen taten alles für den „Freund“

Damals wurden die Ausländer von den Mädchen nur selten abgezockt. Sie achteten darauf, dass ihr „Freund“ nicht zuviel zahlte und umsorgten ihn. Seine Wäsche wuschen sie ohne zu murren auf der Hand. Heute wäre das undenkbar. Alles wird in die Laundry gegeben, sie lassen andere mitverdienen, holen sich später ihre Provision ab. Gut ist an der heutigen Zeit nur noch wenig. Es zählt nur noch das Geld. Von dem anerzogenen Schamgefühl der Thai-Frauen spüren die Touristen so gut wie nichts mehr. Stimmt der Preis erbringen sie fast jede gewünschte Leistung. In den guten alten Zeiten mussten die Mädchen auch Geld verdienen, aber die Art und Weise war humaner. Beide Seiten wurden zufrieden gestellt. Wer sich im Seebad umsieht stellt fest, dass viele Ausländer verärgert über die herrschenden Zustände sind.

Bars bestimmen das heutige Stadtbild in Pattaya. Kaum ein Viertel bleibt von ihnen verschont. Die bekannteste Amüsiermeile ist die Walking-Street. GoGo Bars, Discos und andere zwielichtige Etablissements reihen sich nahtlos aneinander. Geboten werden Liveshows und alle erdenklichen Serviceleistungen. Die alten Zeiten sind endgültig vorbei.

 

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