Planung vor dem Auswandern

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Die Entscheidung ist zu Gunsten der Auswanderung gefallen. Jetzt sollte die Planung beginnen. Nun taucht die Frage auf behalte ich meine Wohnung bei, um im Notfall wenn es „schief“ geht eine Anlaufstelle in der Heimat zu haben.

Zahle ich weiterhin für die laufenden Versicherungsverträge. Keine leichten Entscheidungen. Bei Weiterzahlung der Wohnung und der bestehenden Versicherungen, geht ein Großteil der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel verloren.

Jemand der kein Risiko eingehen möchte, wird diese Möglichkeit natürlich ins Auge fassen. Eine Alternative wäre, um zumindest die Mietkosten zu sparen, oder zu senken, eine Meldeadresse bei einem Familienangehörigen oder Freund.

Eventuell ein kleines, preiswertes Appartement mieten. Vor dem Auswandern sollte aus all diesen Gründen eine gründliche Planung stehen, sonst gibt es öfter ein böses Erwachen.

Keine kostbare Zeit verschwenden

Die meisten Versicherungen in der Heimat, haben keinen Sinn, wenn ihr in Thailand lebt. Empfehlenswert, ist die Beibehaltung der Krankenversicherung. Das Gesundheitswesen in Thailand, hat durchaus in den grösseren Städten westlichen Standard, ist zudem bei harmloseren Erkrankungen recht preiswert.

Eine grössere Operation kann allerdings schnell mit 100 000 Baht zu Buche schlagen. Dieser Betrag muss, wenn keine Krankenversicherung in Thailand abgeschlossen wurde, selbstverständlich aus der eigenen Tasche gezahlt werden. Das übersteigt oft die finanziellen Mittel. Planung und Vorausdenken, sind wichtig.

Planung ist das A und O eines reibungslosen Ablaufs beim Auswandern. Solltet ihr eure Wohnung aufgeben, muss diese fristgerecht gekündigt, Wasser, Strom, Telefon und TV abgemeldet werden.

Erfahrungsgemäß gestaltet sich der Verkauf der Einrichtung als problematisch. Die Leute zahlen für gebrauchte Gegenstände, nur einen Bruchteil des Neuwertes. Es kann Monate dauern, ehe alles an den Mann gebracht wird. Damit sollte die kostbare Zeit nicht verschwendet werden. Ein oder zweimal einen privaten Flohmarkt in der Wohnung veranstalten, den Rest an Bedürftige abgeben.

Planung erspart späteren Ärger

Bei der Planung sollte das erste Visum für Thailand nicht vergessen werden. Auf den thailändischen Konsulaten in der Heimat kann es beantragt werden, die Ausstellung erfolgt nach Antragstellung meistens innerhalb einer Woche.

Am besten geeignet für den Auswanderer, ist das Non-Immigrant-O-Jahres-Visum. Bei geschickter Ausreise in eines der Nachbarländer, kann es auf 15 Monate ausgedehnt werden.

Empfehlenswert ist ein Konto bei der Bangkok Bank. Dort gibt es meist den besten Wechselkurs.

Empfehlenswert ist ein Konto bei der Bangkok Bank. Dort gibt es meist den besten Wechselkurs.

Der nächste Weg führt zur Bank. Es muss eine Vereinbarung, für die Geldüberweisungen nach Thailand getroffen werden. Da der Wechselkurs vom Euro zum Thai-Baht oft starken Schwankungen unterliegt, halte ich eine monatliche Überweisung per Dauerauftrag nicht für sinnvoll. Das Geld kann bei der Bank in Deutschland geordert werden, wenn der Kurs günstig steht, das ist sicherlich die bessere Möglichkeit.

Geld kann per Telex-Transfer angewiesen werden, das ist die günstigste Methode Geld nach Thailand zu transferieren.

Eine weitere Möglichkeit bietet die DKB* durch das kostenfreie Girokonto. Mit der kostenfreien Kreditkarte könnt ihr weltweit kostenlos Bargeld am Automaten abheben.

Eine sinnvolle Planung ist wichtig, um sich späteren Ärger zu ersparen. Macht euch eine individuelle Liste für eure Planung und arbeitet diese gewissenhaft Punkt für Punkt ab, dann kann beim Auswandern fast nichts mehr schief gehen.

UPDATE: 02.01.2015

In den letzten Jahren erregte Thailand öfter durch negative Schlagzeilen das weltweite Interesse der Medien.

Es fanden mehrmals Unruhen im Land statt, die Regierung wechselte häufig und nicht zuletzt stieg die Kriminalität rasant an.

Potenzielle Urlauber reagierten verunsichert darauf, die Besucherzahlen gingen deutlich zurück. Auch nicht wenige Langzeit-Farangs wanderten auf Grund der veränderten Situation in andere asiatische Länder ab. Dort wird die Vergabe der Visa weniger streng gehandhabt.

Die jetzt herrschende Militärregierung versucht Ruhe und Ordnung wiederherzustellen. Das ist allerdings nicht von heute auf morgen möglich. Die Visa-Gesetze ändern sich nach wie vor ständig und sie wurden außerdem verschärft. Am härtesten trifft es dabei die „Dauerurlauber“.  Sie müssen eine Reihe von Auflagen erfüllen.

Für den Auswanderer bedeutet das:

  • Ihr solltet euch noch gründlicher über Thailand informieren, bevor ihr eine endgültige Entscheidung trefft.
  • Erfüllt ihr alle Kriterien die für ein Retirement-Visum (Visum für Rentner) notwendig sind? Die Visa-Runs in die Nachbarländer sind nur noch bedingt möglich.
  • Da auch die Lebenshaltungskosten erheblich stiegen, macht euch Gedanken ob eure Rente in fünf oder zehn Jahren noch reicht.
  • Bezieht die Prämie für eine Krankenversicherung in eure Planung mit ein. Ab dem 65 zigsten Lebensjahr sind die Beiträge extrem hoch.
  • Gerade in den beliebten Touristenorten sind die Mieten ins astronomische gestiegen. Plant bei einer kleineren Rente lieber sofort den Aufenthalt auf dem Land mit ein.

Mein persönlicher Tipp:

Für eure Planung solltet ihr euch Zeit nehmen. Bei der zurzeit etwas unsicheren Situation in Thailand, den gestiegenen Lebenshaltungskosten und den verschärften Visa-Regelungen, solltet ihr euch sicher sein, wirklich auswandern zu wollen. Falls euch Zweifel kommen, sei es aus finanziellen oder anderen Gründen, nehmt lieber Abstand davon.

3 Kommentare

  1. Hallo Herbert,
    es gibt noch eine Möglichkeit Geld zu überweisen, Azimo, ist wohl neu auf dem Markt, im Moment bezahlt man für jeden Transfer nur einen Euro, also billiger geht es nicht,
    aber das Unternehmen gehört wohl mit zu facebook und ob das dann wirklich SO genau mir dem Datenschutz gehandhabt wird,
    jedenfalls der Preis ist super

    Gruß Dieter

    • Hallo Dieter,

      vielen Dank für den Tipp. Mit Sicherheit ist er für viele Leser interessant wenn es denn funktioniert.

      Lieben Gruß
      Herbert

  2. Ich mag zusätzlich auf https://www.xendpay.com/ und transferwise.com hinweisen – und super Wechselkurse bekommt man bei Superrich (z. B. am Suvarnabhumi-Flughafen oder etlichen BTS-Stationen).
    Euro-Bargeld ist eine klasse Methode, den Urlaub zu finanzieren, denkt man mal an die Zusatzgebühren bei Kartennutzung an ATMs.

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