Selbstständig machen: Unterschiede zwischen Deutschland und Thailand

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Ganzjährig viele Sonnenstunden, mit Palmen gesäumte Sandstrände, geringe Lebenshaltungskosten: Geschätzt 40. 000 Deutsche haben aus diesen und anderen Gründen Thailand zu ihrer Wahlheimat gemacht.

Sie verbringen dort entweder ihren Ruhestand, sind dort angestellt oder stellen selbst ein Unternehmen auf die Beine. Doch um dauerhaft in Thailand leben und vor allem arbeiten zu dürfen, sind einige bürokratische Hürden zu meistern.

Situation in Deutschland

Zuerst zur Lage in der Bundesrepublik. Wer sich in Deutschland selbstständig macht, muss Folgendes beachten:

  • Sofern man ein Gewerbe ausführt, muss das örtliche Gewerbeamt seine Erlaubnis erteilen.
  • Eine Anmeldung der selbstständigen Tätigkeit bei der zuständigen Finanzbehörde ist notwendig, um das Einkommen sowie Vermögen zu versteuern.
  • Es gelten die Bestimmungen des deutschen Arbeitsrechts (Arbeitszeit, Mindestlohn, Arbeitsschutz etc.), wenn Angestellte beschäftigt werden.
  • Bei der Buchführung (Abrechnung von Gehältern und Löhnen etc.) müssen sich Unternehmen unbedingt an die GoBD-Richtlinien halten. Dies ist am einfachsten durch eine Software-Unterstützung möglich.

Diese Regelungen sind allerdings nur für in Deutschland ansässige Firmen gültig; bei einem Wohn- und Arbeitsortswechsel nach Thailand greifen ggf. beide Rechtssysteme, sowohl das deutsche als auch das thailändische.

Unterschiede in Thailand

Um es in einem Satz zu sagen: Wer dauerhaft in Thailand lebt und dort arbeitet, muss sich mit dem geltenden Recht Thailands auseinandersetzen:

  • In Thailand lebende Deutsche dürfen nicht alle Tätigkeiten ausführen. Dazu zählen vor allem handwerkliche Berufe und andere Arbeiten, für die keine größeren Qualifikationen notwendig sind. Diese Regelung soll verhindern, dass Einwanderer auf dem Arbeitsmarkt in Konkurrenz mit den Einheimischen treten.
  • In Sachen Arbeitsschutz ist die thailändische Gesetzgebung zu beachten.
  • Je nach Provinz können sich die rechtlichen Voraussetzungen für Unternehmen unterscheiden. Für Genehmigungen sollte man im Idealfall direkt mit den Behörden der Provinz kontaktieren, in der man sich selbstständig machen will.
  • Wer in Thailand als Selbstständiger tätig ist, für den gilt thailändisches Steuerrecht. Je nach Status und Dauer des Aufenthalts greifen dabei unterschiedliche Regelungen, die im Einzelfall geprüft werden sollten. Um eine Doppelbesteuerung von Einkommen und Vermögen zu vermeiden, haben die beiden Länder ein Abkommen geschlossen. Auf der Seite des Bundesfinanzministeriums kann man das entsprechende behördliche Dokument kostenlos als PDF herunterladen.
  • Generell gilt in steuerrechtlichen Angelegenheiten, dass immer beide Rechtssysteme parallel zu beachten sind. Für deutsche Betriebs- und Altersrenten oder Mieteinnahmen greift im Normalfall das deutsche Recht. In Thailand erzielte Gewinne aus selbstständiger Arbeit sind hingegen bei den thailändischen Steuerbehörden geltend zu machen. Der dafür geltende Steuersatz errechnet sich grundsätzlich aus der Höhe des Einkommens. Der festgesetzte Freibetrag steigt, wenn man Kinder und/oder einen Lebenspartner hat, die Eltern/Schwiegereltern pflegt oder in eine private Altersvorsorge einbezahlt. Näheres zu den Steuersätzen ist hier nachzulesen.
  • Bei Softwares zur Unternehmensverwaltung (Finanzbuchhaltung, Warenwirtschaft etc.) sollte man beachten, dass sie in der Regel nach deutschem Steuerrecht programmiert sind (Steuersätze, verpflichtende Angaben usw.). Es ist also nicht ohne Weiteres möglich, eine deutsche Buchhaltungssoftware zu nutzen, um in Thailand Geschäfte abzuwickeln. Bei Zweifeln und Fragen hierzu, sollte man einen Experten konsultieren, der sich auf thailändisches Steuer- und Arbeitsrecht spezialisiert hat.

Generelle Einreisebestimmungen

Wer sich länger als 30 Tage in Thailand aufhalten will, muss eine entsprechende Erlaubnis einholen. Es besteht zudem die Möglichkeit, eine Genehmigung für 60 Tage zu bekommen. Die Dauer ist einmalig um 30 Tage verlängerbar.

Nach der gesetzten 30-, 60- bzw. 90-Tages-Frist muss man das Land verlassen und erneut einreisen. Für einen zeitlich unbeschränkten Aufenthalt ist das Königlich Thailändische Generalkonsulat Frankfurt und die thailändische Botschaft zu kontaktieren.

Sollte man dort eine Genehmigung erhalten, kommen Kosten in Höhe von etwa 6. 000 Euro für ein permanentes Visum auf den Antragsteller zu.

Wer also endgültig nach Thailand auswandern möchte, muss einige finanzielle und bürokratische Hürden nehmen und sollte sich rechtzeitig mit den genannten Behörden auseinandersetzen. Zudem ist die Anzahl an Ausländern beschränkt, die ein dauerhaftes Arbeitsvisum für Thailand bekommen.

Bis demnächst euer

Herby

2 Kommentare

  1. Eine Selbstständigkeit wie in Deutschland ist in Thailand nicht möglich! Also dass ein Ausländer alleine ein Geschäft ausübt wie in Deutschland ein Freiberufler (Arzt, Rechtsanwalt oder Versicherungsvertreter). In Thailand muss dafür eine Gesellschaft (Firma) gegründet werden, und daran müssen Thailänder beteiligt sein.

  2. Hallo Theo,

    da hast Du wohl Recht!

    Hab` mich auch schon mal ausführlicher mit dem Thema beschäftigt, aber Du musst es ja am Besten wissen, als Freischaffender dort 😉
    Bin durch Zufall vor einigen Wochen auf Herbert im Internet gestoßen, weil mich ein Video von ihm interessiert hat & werde ihn wohl nächsten oder übernächsten Monat mal besuchen.

    Du erinnerst Dich bestimmt nicht mehr an mich, denn wir hatten nur 2x miteinander telefoniert & is auch schon mindesten 2 Jahre her.

    Wohnst Du noch in Patty(auf der “guten” Seite) ? *hihi*

    Gruß Otto, Köln

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