Thailändischer Tee aus Doi Mae Salong

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Wer hätte gedacht, dass thailändischer Tee auf dem Weltmarkt mittlerweile eine wichtige Rolle spielt. Die Teehändler bieten allerdings bisher in ihren Läden nur ein verhältnismäßig kleines Sortiment an. Die gesamte Palette des aromatischen Tees aus Thailand ist bisher nur wenigen Teekennern bekannt.

Die Thais bevorzugen zur Heilung oder Linderung kleinerer Leiden Naturprodukte. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass es zahlreiche Kräuter- und Heiltees gibt, die bis jetzt im Angebot der vielen Händler fast keinerlei Beachtung fanden. Das ändert sich langsam, der Trend geht eindeutig hin zu speziellen Teesorten für die Teeliebhaber.

Wer baut den Tee an

Thailand ist eigentlich kein klassisches Teeanbaugebiet wie zum Beispiel: China, Kambodscha, Taiwan, Vietnam oder Sri Lanka. Erst seit weniger als 20 Jahren wird in der Region des Goldenen Dreiecks Tee angebaut. Bekannt war diese Region eher wegen seiner Opiumfelder.

Durch staatlichen Druck stellten die Opium-Bauern ihre Produktion auf legale landwirtschaftliche Erzeugnisse um. Unter anderem auf: Gemüse, Obst, Kaffee und Tee. Dieses Projekt wurde durch den thailändischen König gefördert, um den Farmern eine neue Einkommensquelle zu sichern. Der Teeanbau wird überwiegend von den chinesischen Einwanderern betrieben. Sie verfügen seit tausenden von Jahren über das Wissen der richtigen Anbaumethoden und der anschließenden Verarbeitung. Hauptanbaugebiet ist auf Grund seiner guten, geographischen Lage Doi Mae Salong.

Ideale Bedingungen für den Anbau

Obwohl die Bedingungen in Doi Mae Salong geradezu ideal sind, schlug der Anbau lokaler Teesorten zunächst fehl. Erst die Einfuhr des Grünen Tees und des Oolong Tees aus Taiwan brachte den gewünschten Erfolg. Aber es dauerte noch Jahre, ehe qualitativ hochwertige Teesorten auf den Markt gelangten.

Die Anbaumethoden wurden verfeinert und die meist kleinen Familienbetriebe investierten in hochmoderne Fertigungsanlagen. Keiner dachte bei der Produktion am Anfang an Export, der Tee wurde für den inländischen Markt hergestellt. Clever war es, den Überschuss über China weiterzuverkaufen, da der thailändische Tee keinen guten Ruf genoss. Indessen ist der Oolong Tee aus Thailand bei Kennern sehr beliebt geworden.

Heute sind die landwirtschaftlich genutzten Flächen rund um Doi Mae Salong fast ausschließlich mit Teepflanzen bestellt. Die Region erlangte durch den Anbau Wohlstand und Touristen werden durch den hohen Bekanntheitsgrad ebenfalls angezogen. In den Teestuben können sie kostenlos die verschiedenen Sorten probieren und im angeschlossenen Laden gleich einkaufen. Zum Kauf gedrängt wird dabei niemand.

Nicht nur die Touristen wurden aufmerksam auf den Ort, auch die Großeinkäufer sind auf der Suche nach günstigen Einkaufsquellen, um die gestiegene Nachfrage abdecken zu können. Sie kommen aus fast allen Ländern nach Thailand, allerdings überwiegend aus Japan, Europa und Amerika. Während der Suche entdecken sie immer wieder aromatische, wenig bekannte Teesorten, die sie auf den internationalen Märkten einführen möchten.

Es werden vielerlei Teesorten angeboten

In Doi Mae Salong ist so gut wie jede Teesorte erhältlich. Die unter Kennern  sicherlich bekanntesten und beliebtesten sind die Oolong-Tees Nr. 12 und Nr. 17. Grünen Tee gibt es gleichfalls in den unterschiedlichsten Varianten. Schwarzer Tee gehört zum Standardangebot. Eine weitere Spezialität ist der Jasmintee und wie schon erwähnt diverse Heil- beziehungsweise Kräuterteesorten die sich positiv auf den Organismus auswirken. Gefragt ist auch der Osmanthusblütentee. Alle spezifischen Arten aufzuführen würde hier den Rahmen sprengen. Auf Tee-Wikipedia findet ihr detaillierte Beschreibungen zu vielen Teesorten und deren richtiger Zubereitung.

Die besseren Teequalitäten werden zu kleinen Kügelchen gerollt und verkauft. Die nicht so hochwertigen Produkte als Teeblätter angeboten. Die geschmacklichen Unterschiede und Varianten entstehen teilweise durch die Verarbeitungsmethoden. Die Blätter können geröstet oder beduftet werden. Jedes Unternehmen hat seine eigenen, kleinen Geheimnisse bei der Herstellung.

Die bekannte Tee-Messe

Einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangte die in jedem Jahr stattfindende Tee-Messe, die einige Wochen lang dauert. Dort stellen die Produzenten auf ihren Marktständen ihre neuesten „Kreationen“ vor. Es darf ausgiebig gekostet und gekauft werden. Im Dezember jedes Jahres gibt es noch das ebenso beliebte Teefestival. Bei beiden Veranstaltungen kommt auch die Unterhaltung nicht zu kurz. Folklore- und Tanzgruppen erfreuen das zahlreich erschienene Publikum.

Wie kamen die Chinesen ins Land?

Während der Kulturrevolution wurden die Truppen von General Chiang Kai Shek nach Myanmar verscheucht. Ein Teil von ihnen machte sich auf den Weg nach Thailand und wurde in der Gegend um Doi Mae Salong ansässig. Es wurde ihre „zweite“ Heimat. Dort begannen sie mit dem was sie seit Generationen am besten beherrschen. Dem Teeanbau.

Von ihrer Dominanz in Doi Mae Salong zeugen die vielen chinesischen Restaurants. Wer aufmerksam hinhört, stellt schnell fest: Es wird mehr Chinesisch als Thai gesprochen. Selbst die Bauweise der Gebäude weicht beträchtlich von der im Übrigen Thailand ab. Die Chinesen erhielten sich einen Großteil ihrer eigenen Kultur. Der Tee gehört mit Sicherheit dazu.

3 Kommentare

  1. Das wusste ich bisher noch nicht, dass in Thailand nun vermehrt Tee angebaut wird. Ich halte das für eine sehr positive Entwicklung. Auf jeden Fall ist es höchst vorteilhaft, wenn Mohnfelder ( Opium ) durch Teeplantagen ersetzt werden. Das „Teetrinken“ scheint mir aber unter den Thais selber kaum verbreitet zu sein. Meine Thaifamilie ( Dorf u. Bangkok ), meine Thaifreunde, eben alle Thai`s die ich kenne, trinken so gut
    wie keinen Tee, sondern eher ( nicht gerade schmackhaften ) Kaffee, oder sonstige Getränke. Allerdings werden im Dorf gerne (Heil)Kräutertees aufgebrüht, für vielerlei Beschwerden. Diese wirken auch recht gut, wie ich schon selber feststellen konnte.

  2. Nathalie Klassen on

    Ich bin ein großer Fan asiatischer Tees. Im Moment trinke ich sehr gerne Jiaogulan. Den bestelle ich immer online.

    • Hallo Nathalie,

      die asiatischen Teesorten sind aromatisch und viele haben eine heilsame Wirkung. Nicht umsonst
      werden sie in Europa immer beliebter. Den Jiaogulan Tee kannte ich bisher nicht.

      Viele Grüße
      Herbert

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