Thailand bekommt Konkurrenz von Myanmar

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Das jahrelang von der Aussenwelt abgeschottete Myanmar hat sich nach dem Regierungswechsel hochgesteckte Ziele gesetzt. Nach seiner Öffnung vertraut Myanmar auf den Tourismus und in absehbarer Zeit wird das an Naturschönheiten reiche Land eine Konkurrenz für Thailand darstellen.

Chinesen sind in Myanmar nicht beliebt

Gleichzeitig bedeutet die Öffnung eine Abkehr von dem ungeliebten China. Die geschäftstüchtigen Chinesen eröffneten in Myanmar zahlreiche Geschäfte, gründeten Unternehmen, die den Einheimischen nur bedingt zu Gute kommen. Früher belieferten die Chinesen die Militärs mit Konsumgütern, kauften die Bodenschätze und Edelhölzer des Landes auf. Der Unmut der Bevölkerung gegen die Chinesen nimmt zu.

Neue Flughäfen sind in Planung

Myanmar plant zwei neue Großflughäfen, um den Tourismus in Schwung zu bringen. Der im Süden gelegene Flughafen Dawe soll zu einem Internationalen Flughafen umgebaut werden.

Der Flughafen in der Nähe von Yangon soll an die Bedürfnisse von Langstreckenflugzeugen angepasst werden. Der Airport kann dann wesentlich mehr internationale Flüge* und etwa 6 Millionen Besucher problemlos abfertigen.

Der Neubau des Hanthawaddy International Airports soll nach neuesten Informationen 2019 abgeschlossen sein. Anfangs können 12 Millionen Fluggäste durchgeschleust werden. Nach Abschluss der dritten Bauphase soll die Kapazität auf 25 Millionen ansteigen. Die bisherigen Flughäfen werden nur von wenigen Internationalen Airlines angeflogen.

Myanmar verbessert seine Infrastruktur

Myanmar verfügt über herrliche Landschaften, beeindruckende alte Bauwerke und tolle, saubere Strände. Mit Sicherheit entwickelt sich das Land zu einem beliebten Reiseziel. Einige Luxus-Resorts und Hotels* entstanden bereits in unmittelbarer Strandnähe. Myanmar braucht sich hinter seinem Nachbarn Thailand nicht zu verstecken, ist als Konkurrenz ernst zu nehmen.

In Mandalay soll ein neues Kraftwerk gebaut werden und eine reibungslose Energieversorgung gewährleisten. Die Baukosten werden circa 700 Millionen Dollar betragen.

Bestehende Straßen sollen ausgebaut und neue angelegt werden. In den letzten Jahren stieg die Zahl der KFZ Zulassungen rasant an, machte diese Maßnahme notwendig. Das kommt auch den Urlaubern zu Gute. Ob im Leihwagen* oder mit dem Bus, das Reisen innerhalb Myanmars wird für sie komfortabler.

Eine Untergrundbahn, Brücken und Überführungen sind in der Planungsphase, sollen die Infrastruktur deutlich verbessern und den Transport von Menschen und Gütern einfacher gestalten.

Auch dem Immobilienmarkt wird besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Dabei liegt der Fokus weniger bei den Hotels oder Resorts.

Bis 2017 soll sich die Bevölkerungszahl von rund 51 Millionen auf circa 60 Millionen erhöhen. Es besteht ein enormer Bedarf an privaten Wohnungen. Die gestiegene Nachfrage kommt den lokalen Bauunternehmen zugute und demzufolge der gesamten Wirtschaft.

Anmerken möchte ich noch: Unterkünfte sind in Myanmar deutlich teurer als in Thailand. Das wird sich aber im Laufe der Zeit durch ein verbessertes Angebot ändern.

Hinderlich bei der Umsetzung dieser Projekte sind fehlende Fachkräfte und veraltete Technologien. Da besteht Handlungsbedarf. Fachkräfte und Handwerker müssten entsprechend ausgebildet oder angelernt werden.

Da auch hier das Geld im Vordergrund steht, halten sich die Planer nicht an bestehende Bau- beziehungsweise Sicherheitsstandards. Die eingesparten Beträge wandern wie üblich in ganz Asien in die eigene Tasche.

Myanmar erteilt die Visa problemlos

Myanmar macht bei der Erteilung der Visa nicht die Fehler vieler Nachbarländer. Bereits seit längerer Zeit gibt es ein Visum-Anmeldeverfahren, das über das Internet, E-VISA, getätigt werden kann. Das Visum berechtigt zu einer einmaligen Einreise mit einem Aufenthalt vom maximal 28 Tagen.

Geplant ist ein Permanent Resident System. Damit möchte Myanmar nicht nur Langzeiturlauber anlocken, sondern auch ausländische Investoren.

Ausländischen Kleinunternehmern in Thailand wird nach wie vor ein Knüppel zwischen die Beine geworfen. Die von Thailand geforderten Auflagen erschweren die Selbstständigkeit im Land, machen sie fast unmöglich.

Das Permanent Resident System würde Residenten oder Unternehmern einen Aufenthalt von fünf Jahren zubilligen mit einer Option auf Verlängerung. Sollte diese Regelung beschlossen werden, wandern sicherlich einige Dauerurlauber von Thailand nach Myanmar ab. Eine bessere, langfristige Planung würde durch dieses System für Auswanderer möglich.

Fast 3 Millionen Urlauber in Myanmar

Noch sind es vergleichsweise wenige Touristen die es nach Myanmar zieht.

Noch sind es vergleichsweise wenige Touristen die es nach Myanmar zieht.

Waren es im Jahr 2011 lediglich 800 000 Urlauber die den Weg nach Myanmar fanden, davon circa 11 000 deutsche Touristen, waren es 2014 fast 3 Millionen die dem Land einen Besuch abstatteten. Sie schwärmen von den schönen Stränden, dem klaren Meerwasser und den Sehenswürdigkeiten zum Beispiel der Shwedagon Pagode in Yangon.

Thailand bekommt in Sachen Tourismus Konkurrenz von Myanmar, nicht zuletzt weil die Thailänder durch überzogene Preise und andere negative Schlagzeilen immer wieder in die Kritik geraten. Ein weiterer Kritikpunkt sind die strengen Regelungen bei der Vergabe der Visa. Und wer von euch in Thailand den Sprung in die Selbstständigkeit wagte oder eine Arbeitsstelle suchte, weiß mit welchen Schwierigkeiten er zu kämpfen hatte.

Einen Urlaub in Myanmar kann ich euch empfehlen, noch hat es seine Ursprünglichkeit bewahrt. Durch die rasante Entwicklung des Tourismus wird das nicht mehr lange so bleiben.

Bis demnächst euer

Herby

 

2 Kommentare

  1. Ein schöner, zum Nachdenken geeigneter Artikel. Leider zeigt schon die Überschrift, was auf TH zukommt, und ich habe den starken Eindruck, dass sich die Obrigkeit dessen gar nicht bewusst ist, sondern in ihrer eigenen Arroganz und Selbstüberschätzung seit einiger Zeit in die falsche Richtung läuft. Keine Ahnung, wie diese Entwicklung in TH aufgehalten und verbessert werden kann. Ein Absturz um mehrere Plätze nach unten wäre sehr schwierig für das normale Volk, das jetzt schon nicht vom grossen Geld und dem erhofften Wohlstand profitiert.
    Noch trauriger wäre es, wenn eine identische Entwicklung in den aufstrebenden Nachbarländern stattfände.

    VG,

    Dietmar – der trotzdem Optimist bleibt

    • Hallo Dietmar,

      dein Kommentar trifft es auf den Punkt, dem kann ich nichts mehr hinzufügen. Das böse Erwachen wird kommen, leider leiden wie du schon sagtest, die sozial Schwachen wieder darunter.

      Liebe Grüße
      Herbert

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