Wie man Digital Nomad in Thailand wird

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Für viele ist es der große Traum: Unter Palmen sitzen, die Füße in den weißen Sand stecken und mit dem Laptop auf dem Schoß Geld verdienen. Nie wieder in stickige Büros gehen, nie wieder den Launen eines Vorgesetzten ausgesetzt sein, sondern seinen Lebensmittelpunkt auf eine tropische Insel verlagern.

Diese Idee scheint für die meisten Träumer jedoch kaum erreichbar, ist es doch so schwer auszuwandern – oder? Seitdem Jobs im Internet boomen und viele Unternehmen ihren Mitarbeitern die Wahl eines Home-Offices geben, sind die Träume vom Auswandern näher denn je.

Natürlich kann nicht jeder Job ortsunabhängig ausgeführt werden, daher muss man sich die richtige Nische suchen. Ich habe die wichtigsten Fragen rund um das Leben eines Digital Nomads beantwortet!

Wie sind die Jobaussichten?

Wer sich als Freelancer selbstständig machen will, muss sich keine Sorgen darum machen, vor Ort einen Job zu finden und ist dadurch auch frei, jederzeit seinen Standort zu wechseln. Das Reisen während des Arbeitens ist schließlich der Grund, weshalb sich der Name Digital Nomad etabliert hat.

Im Idealfall finden Freelancer einen Beruf, der nicht nur ortsunabhängig sondern auch zeitunabhängig ist und daher keine fixen Arbeitszeiten hat – diese können nämlich durch die Zeitverschiebung sehr schwierig einzuhalten sein.

Klassische Beispiele für solche Berufe sind: Übersetzer, die online angeheuert werden können, Texter für Online-Content, Programmierer, Designer, Illustratoren und sämtliche andere Berufe, die mit wenig technischem Equipment ausgeführt werden können. Mehr als ein Laptop, ein Zeichentablet oder eine Fotokamera sollte nicht benötigt werden, da Reisende die Gegenstände immer mit sich tragen müssen.

Wer nicht für andere Kunden auf Auftragsbasis arbeiten möchte, kann auch versuchen, seine eigene Brand oder sich selbst zu vermarkten. Dies kann mit einem eigenen Blog sein, wie die Blogger von Indojunkie, als Influencer auf Instagram, wie Beauty-Star Huda Kattan oder auch mit dem eigenen YouTube-Channel wie Christine Neder von Lilies Diary.

Für professionelle Gamer gibt es außerdem die Möglichkeit, ihre Spiel-Sessions einfach auf Twitch zu übertragen, wie der Poker-Twitch-Streamer Ryan Schoonbaert und dies zu monetarisieren. Dabei muss jedoch bedacht werden, dass nur Spiele gespielt werden können, die auf einem Laptop flüssig laufen und keinen leistungsstarken Gamer-PC erfordern, der sich unterwegs als eher unpraktisch erweisen würde.

Wo wohnt es sich am besten?

Wer neu in Thailand ist, kann sich zuerst in den touristischen Regionen des Landes aufwärmen. Dort gibt es neben europäischer Küche auch jede Menge Reisende, mit denen man sich austauschen kann. In Städten wie Bangkok oder Chiang Mai gibt es außerdem selten Verständigungsprobleme, da dort viele Thailänder gut Englisch sprechen. Wer ans Meer möchte, ist außerdem in Phuket und Pattaya bestens aufgehoben. Wer sich schon ein wenig eingelebt hat und das authentische Thailand kennen lernen möchte, kann sich in den ruhigeren Norden des Landes begeben. Die kühleren  Temperaturen sind oft sehr angenehm und die Landschaft ist noch deutlich unberührter durch den geringeren Tourismus.

Wenn der richtige Wohnort gefunden wurde, kann man sich überlegen, aus dem Hotel oder Homestay auszuziehen und selbst eine Wohnung zu mieten. Hier sollte man nach der Besitzurkunde des Vermieters fragen, dem sogenannten Chanot und keine Verträge für mehr als drei Jahre abschließen, da Vermieter gerne mit der Zeit verschiedene Überraschungen bereit halten.

Welches Visum ist das richtige?

Seit Mitte 2017 hat Thailand den Bedarf nach einem Visum für Digital Nomads erkannt und einen Schritt getan, der das Leben vieler Freelancer deutlich vereinfacht hat. Mit der Einführung des „Smart Visa“ wurde zumindest für einige Berufe der langfristige Aufenthalt in Thailand vereinfacht.

Mit dem Smart Visa können Besucher bis zu vier Jahren in Thailand bleiben, ohne ein neues Visum beantragen zu müssen. Sie dürfen außerdem ohne Arbeitsgenehmigung im Land arbeiten. Das Visum kann auch auf Angehörige erweitert werden.

Die Qualifikationen für das Smart Visa sind jedoch extrem hoch und streng reglementiert. Ausgestellt werden soll es für fünf Berufsgruppen: Experten auf ihrem Gebiet, Investoren, Führungskräfte, Startup-Gründer und die Angehörigen dieser Menschen. Ob man sich also für das Smart Visa qualifizieren kann, hängt ganz von dem eigenen Berufsbild ab.

Für alle anderen gibt es entweder ein 90-Tage-Visum, bei dem alle drei Monate das Land verlassen werden muss – was gerne als Chance zum bereisen der Nachbarländer genutzt wird – oder die Verlängerung auf ein volles Jahr, was wieder nur für gewisse Berufsgruppen möglich ist. Rentner ab 50 Jahren, Geschäftsleute, Professoren, Studenten, Journalisten und Filmproduzenten erhalten das einjährige Visum.

Thailand ist der perfekte Ort, um sein Leben als Freelancer zu starten und den öden Alltag zurückzulassen. Mit dem richtigen Visum und einem Online-Job in der Tasche kann nur wenig schiefgehen!

Bis demnächst euer

Herby

1 Kommentar

  1. Riskante Information!
    Ein Ausländer kann nicht als “Freelancer” oder Freiberufler in Thailand arbeiten.

    Das genannte Smart Visa wird von Firmen für eigene Mitarbeiter beantragt, die eine bestimmte Zeit in Thailand in der dortigen Niederlassung arbeiten sollen. Und nur für die Arbeit dort muss keine gesonderte Arbeitserlaubnis eingeholt werden; diese ist im Visum inbegriffen. Keinesfalls darf damit für andere Firmen (oder für sich selbst) gearbeitet werden.

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